Rom Platzen  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Piazza San Pietro

Im Auftrag Papst Alexanders VII. legte Gian Lorenzo Bernini 1655-1667 vor der 1614 durch Carlo Maderno fertiggestellten Fassade der Peterskirche den Petersplatz an. Mit ihm schuf er eine eindrucksvolle Architekturbühne für die Zusammenkunft der Gläubigen aus aller Welt. Hierbei gestaltete er den Platz aus zwei dynamisch aufeinander bezogenen Teilen: Die vor der Kirche gelegene "Piazza Retta" sucht mit ihrer Trapezform den unmittelbaren perspektivischen Bezug zu deren Fassade. Flankiert von zwei monumentalen Statuen der Apostelfürsten Petrus und Paulus führt eine breite Freitreppe zu der erhöht gelegenen Kirche. Nach Osten hin verbreitert sich die Platzanlage dann zu einer Ellipse, deren Schmalseiten von halbkreisförmig angelegten Kolonnaden abgeschlossen und kraftvoll zusammengefaßt werden. Diese Wandelgänge gestaltete der Architekt als vierfaches Hintereinander von Säulen- und Pfeilerstellungen, denen ein antikisches Gebälk aufruht. Darüber ordnet Bernini eine umlaufende Balustrade an, die sich über die Nebengebäude zu beiden Seiten der Piazza Retta hin ebenso fortsetzt wie die Reihe der 140 bekrönenden Heiligenfiguren. Bernini erreicht somit eine vollkommene Homogenität der beiden Teile des Platzes. Die Blickrichtungen des Betrachters werden somit gebündelt und zur Fassade der Peterskirche emporgeführt.
Der ägyptische Obelisk in der Mitte des Ovalplatzes war bereits 1586 unter der Leitung Domenico Fontanas zur Aufstellung gelangt. Der rechte der beiden Springbrunnen wurde bereits 1613 durch Maderno errichtet, der linke entstand wohl erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts.

Piazza Navona
Die Piazza Navona in Rom ist ein Gesamtkunstwerk im Freien. Die Geschichte des Platzes ist zweitausend Jahre alt - und jede Epoche kann nachvollzogen werden. Hier findet man Zeugnisse aus Antike, Mittelalter und Neuzeit (Renaissance und Barock). Ein gezielter Besuch dieses atemberaubenden Platzes kann auch Stunden beanspruchen.
Wir möchten hier die Piazza Navona kurz skizzieren. Damit Sie wissen, was in Rom alles auf Sie zukommen wird - oder was Sie versäumt haben! Ein virtueller Stadtrundgang zur Piazza Navona. Wir empfehlen einen chronologischen Zugang, der dem historischen Werdegang des Platzes gerecht wird. Am besten ist es, wenn man sich dem Platz von der Piazza delle Cinque Lune nähert. Nur von dort ist ein geschichtlicher Querschnitt nachvollziehbar.
Die Barockzeit brachte große Umwälzungen. Innozenz X. Pamphilj ließ sich hier 1644-50 seinen Familienpalast und die Hauskirche bauen, als Geschenk an seine Schwägerin Donna Olimpia Maidalchini gedacht. Wegen des schädlichen Einflusses auf den Papst, wurde sie vom Volk "Papessa" - die Päpstin- genannt. Der beauftragte Architekt Borromini ließ auch die Wasserleitung der Acqua Virgo vom Trevibrunnen zur Piazza Navona verlängert. So bekam der Platz neue Brunnen. Gian Lorenzo Bernini schuf im Jahre 1648 - 51 einen der schönsten Brunnen des Barocks: der Vierströmebrunnen (Fontana dei Fiumi). Er gilt als überhöhte Anspielung auf die Hegemonie des Auftraggebers und seiner Dynastie. Die Flußgötter Nil, Ganges, Donau und Rio de la Plata säumen einen Felsenturm, der vom Wasserbecken emporragt. Darauf setzte er einen antiken Obelisken.
Piazza di Spagna

Wir fahren mit der römischen Untergrundbahn bis zur Spanischen Treppe (Metro-Station "Spagna"). Die Spanische Treppe hat ihren Namen von der Botschaft Spaniens beim Heiligen Stuhl, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet. Zu Füßen dieser Treppe aus dem 18. Jahrhundert sprudelt ein Brunnen. Viel Volk ist hier unterwegs, hier ist verkehrsberuhigte Zone. Für Autos ist die Zone tabu, dafür schieben sich beinahe unendliche Touristenströme durch die Straßen. Die Piazza di Spagna ist umstanden von Häusern in warmen rostbraun-roten, mediterranen Farben, hohen Fenstern mit Fensterläden und niedrigen Dächern. Sosehr diese Häuser äußerlich eines Anstrichs oder eines Neuverputzes zu bedürfen scheinen, um so mehr legen die Italiener wert auf das Innere ihrer Wohnungen, gute Kleidung und gutes Essen. Man versteht hier zu leben.
Von der Piazza di Spagna hinauf zur Kirche Trinita dei monti, der französischen Kirche, schwingt sich mit breiten, ausladenden Stufen und Balustraden die Spanische Treppe aus der Renaissancezeit. Hier sitzen Hunderte von Menschen, verweilen, trinken, essen, plaudern, studieren Stadtpläne und Reiseführer, lesen Zeitung und beobachten das Geschehen auf dem Platz. Beobachtet wird das Treiben auch von ein oder zwei Ordnungshütern in Uniform, die zuweilen die Straßenhändler mit ihrem Ramsch vertreiben. Nach einem langen Arbeitstag können sie bestimmt etwas erzählen.
Ist man bis zur Kirche Trinita dei monti hinaufgestiegen, bietet sich ein Panoramablick über Rom bis hinüber zum Petersdom. Irgendwo weht die rotweiße Flagge des Malteserordens. Dieser Orden ist Völkerrechtssubjekt, obwohl er über kein eigenes Territorium verfügt. Der spanische Botschafter an der Piazza di Spagna ist, wie wir der Messingtafel am Eingang entnehmen, auch beim Malteserorden akkreditiert.

Pantheon

Die Entstehungsgeschichte der Piazza del Popolo reicht bis in die Antike zurück. Auf dem noch unregelmäßig umbauten Gelände bot sich dem von Norden auf der Via Cassia oder der Via Flaminia kommenden Reisenden hinter der Porta Flaminia einer erster großartiger Eindruck der Stadt. Am Beginn der Via Lata befand sich ein mit dem Grab Neros oder Marcellus' identifiziertes Monument, daß als letztes in diesem Bereich erhaltenes Bauwerk des alten Rom im frühen 16. Jahrhundert zerstört wurde. In diese Zeit fallen auch die ersten Erweiterungen des Areals und der auf dieses zuführenden Straßen. So trassierten 1518 Raffael und Antonio da Sangallo d. J., auf Veranlassung Leos X. die Via Leonina (heute Via di Ripetta), die zu dem neben dem Augustus-Mausoleum gelegenen Flußhafen führte.

Campo de Fiori

Das Campo de Fiori, dessen Blumen schon Udo Jürgens besungen hat, ist ein Marktplatz, der nicht einmal 30 Meter von unserem Hotel entfernt war. In der Mitte des Platzes steht die Statue des Giordano Bruno, der eben hier sein Ende auf dem Scheiterhaufen fand.

Die Statue des Häretikers wurde um die Jahrhundertwende errichtet und blickt vorwurfsvoll in Richtung Vatikan. Auf dem Campo de Fiori gab es alles zu kaufen, was es so an Obst, Gemüse und Fisch auf diesem Planeten gibt.

Und wer damit noch immer nicht zufrieden war, hatte immer noch die Chance, in den vielen umliegenden Bäckereien, Pizzerias und Bars etwas aufzutreiben, was seinem Geschmack entsprach. Es ist ein richtig schöner römischer Marktplatz.

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