Rom Kirchen

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Peterskirche - Basilica di San Pietro

Die Peterskirche ist die grösste Kirche der Welt. Aufgrund ihrer Grösse und der beeindruckenden zweischaligen Kuppel stellt sie eines der feierlichsten Monumente Roms dar.
Die erste Basilika liess Konstantin im Jahr 324 über dem Grab des Hl. Petrus erbauen. Der prunkvolle Kirchenbau war mit Marmor und Mosaiken ausgeschmückt. Ab dem Jahr 1541 sollte sich das Aussehen der Kirche jedoch grundlegend ändern, da Papst Nikolaus V. einen Umbau der Basilika haben wollte. Sein Nachfolger Julius II. hielt es dagegen für notwendig, die bestehende Kirche ganz abzureissen. Er betraute Bramante und Giuliano da Sangallo mit dem Neubau der Basilika. Nach dem Tod Bramantes übernahm Raffael Sanzio die Bauleitung, 1546 folgte Michelangelo als verantwortlicher Architekt nach und entwarf die mächtige Kuppel. Seine Nachfolger Fontana, Maderno und Bernini versuchten, dem Entwurf des grossen Meisters treu zu bleiben. Die Fassade ist das Werk von Carlo Maderno. Über den korinthischen Säulen und Lisenen, dem Portikus in der Mitte und den beiden Bögen ganz aussen liegen neun Balkone, von denen der mittlere als „Segensloggia” bezeichnet wird. Ganz oben bildet eine Attika, in der sich Fenster und Lisenen abwechseln, und eine Balustrade mit 13 Statuen den Abschluss der Fassade. Die Basilika wird überragt von der spektakulären mit Bleiplatten ausgekleideten Kuppel, die von korinthischen Säulenpaaren getragen wird. Den Abschluss der Kuppel bildet eine Laterne. Über den grossen für das 17. Jahrhundert typischen Portikus gelangt man durch fünf Tore ins Innere der Kirche. Das letzte Tor rechts wird als „Heilige Pforte” bezeichnet – sie wird nur in den Heiligen Jahren geöffnet. Im Mittelschiff findet man am letzten Pfeiler rechts die Bronzestatue des Hl. Petrus. In der Mitte unter der Kuppel erhebt sich der Bronzebaldachin Berninis, der aus den eingeschmolzenen Bronzeplatten vom Pronao des Pantheons gegossen wurde. Vier gedrehte Säulen tragen ein Dach, von dem die Quasten eines Tuchs zu hängen scheinen. Die Apsis wird durch ein weiteres Werk Berninis geschmückt, der Cattedra Petri. Daneben befinden sich die Grabmale der Päpste Urban VIII. und Paul III. Farnese.

Basilika San Giovanni in LAterano

Die nach der Peterskirche zweitwichtigste Basilika des Christentums wurde zu Beginn des 4. Jahrhunderts von Kaiser Konstantin in Auftrag gegeben. Die Kirche ist Sitz des Bischofs von Rom, des Papstes, und aus diesem Grund wurde sie immer schon als Mutter aller Kirchen angesehen. Ursprünglich war die Basilika dem Erlöser geweiht, erst später erhielt sie nach Johannes dem Täufer und Evangelisten ihren heutigen Namen. Das Gebäude wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals wieder aufgebaut. Ab dem 10. Jahrhundert fügten verschiedene Päpste immer wieder neue Ornamente und Kunstwerke dazu. Dies geschah auch 1650, als Borromini anlässlich des Heiligen Jahres im Auftrag von Papst Innozenz III. den gesamten Innenraum modernisierte. Die von Alessandro Galilei im Auftrag von Papst Clemens XII. 1735 geschaffene Fassade besteht aus Travertin und wird von 15 Statuen überragt, in deren Mitte das Bildnis des Erlösers zu erkennen ist. Der fünfschiffige Innenraum weist den Grundriss eines lateinischen Kreuzes auf. Am Ende des Mittelschiffes befindet sich unter dem grossen Triumphbogen der Papstaltar mit seinem prunkvollen gotischen Tabernakel.

Basilika di Santa Maria in Trastevere

Diese sehr alte Kirche war das erste Gotteshaus, in welchem dem Marienkult gehuldigt wurde. Der erste Bau stammt vermutlich aus dem Jahr 222 n. Chr. Sicher ist, dass 1139 Papst Innozenz II. den Bau der heutigen Basilika veranlasste. 1702 liess Clemens XI. nach Plänen von Carlo Fontana die Vorhalle anbauen. An der Fassade fällt das aus dem 13. Jahrhundert stammende Mosaik der thronenden Muttergottes mit zwei kleinen Darstellungen der Spender sowie zwei Frauenfiguren ins Auge. Seitlich der Fassade ragt der romanische Campanile empor, in der Mitte der Fassade ist Maria beim Stillen des Jesuskinds zu sehen. Das Kircheninnere ist dreischiffig und wird von Granitsäulen getragen, die aus Ruinen altrömischer Bauwerke stammen. An der Decke fällt ein Fresko mit der Darstellung der Himmelfahrt Mariens auf. Die herrlichen Mosaiken aus dem 12. Jahrhundert in der Apsiskalotte zeigen den thronenden Erlöser, zu dessen Rechten Maria sitzt. Links von der Apsis befindet sich die Cappella Altemps, im angrenzenden Raum ist das Gnadenbild der Madonna della Clemenza aus dem 6. oder 7. Jahrhundert zu sehen. Neben den anderen Altären der Kirche liegt hier auch Papst Innozenz II. begraben.

Basilika San Paolo fuori le Mura

Die von Konstantin über dem Grab des Hl. Paulus errichtete Basilika wurde 386 von Valentiniano II. neu erbaut und 395 von Honorius noch einmal vergrössert. Nach zahlreichen Plünderungen liess Papst Johannes VIII. die Kirche im 9. Jahrhundert mit einer Mauer umgeben. Die Basilika brannte 1823 fast vollständig nieder. Danach liess Papst Leo XII. die Kirche mit Spendengeldern aus der ganzen Welt wieder aufbauen. Die Fassade, der ein Quadriportikus vorgelagert ist, ist mit prunkvollen Mosaiken geschmückt. Der sehr feierliche Innenraum ist durch 80 Granitsäulen in fünf Schiffe unterteilt, die von einer sehr wertvollen Kassettendecke überdacht sind. Besondere Beachtung verdienen der Mosaikfries mit der Darstellung aller Päpste sowie die Mosaike aus dem 5. Jahrhundert am Triumphbogen, auf dem auch die Büste des Erlösers zu erkennen ist. Von Bedeutung sind des Weiteren der Tabernakel am Hauptaltar von Arnolfo di Cambio aus dem Jahr 1285, die Cappella del Crocifisso neben der Apsis und schliesslich der Kreuzgang. Dieser stammt aus dem 13. Jahrhundert und ähnelt dem der Basilika San Giovanni in Laterano – er ist nur kleiner. Man beachte die kleinen Zwillingssäulen, die das mit einem wertvollen Mosaikfries verzierte Gebälk tragen.

Santa Maria del Popolo Kirche

Der Bau der ersten Kirche an dieser Stelle wurde auf Geheiss des Papstes Paschalis II. im Jahr 1099 begonnen. Der Name der Kirche leitet sich vermutlich aus dem lateinischen Wort für Pappel - ‚populi' - ab, die in diesem Gebiet zahlreich wuchsen. Unter Papst Sixtus IV. wurde die Kirche völlig neu gebaut und sie erhielt ihr heutiges Aussehen (15. Jahrhundert). Alexander VII. beauftragte Bernini mit der Ausschmückung des Innenraumes und der Erschaffung der beiden mittleren Tympana der Fassade. Über dem dreischiffigen Innenraum in Form eines lateinischen Kreuzes erhebt sich die achteckige Kuppel mit Stuck aus der Schule Berninis. Von den Kunstwerken in der Kirche sind folgende besonders interessant: die Cappella della Rovere mit Pinturicchio-Fresken und einem Altar, auf dem die ‚Anbetung des Kindes', ebenfalls von Pinturicchio, zu sehen ist; die von Carlo Fontana geschaffenen Cappella Cybo; die Kapelle rechts mit Fresken, auf denen Szenen aus dem Leben Mariens dargestellt sind, wiederum von Pinturicchio. Sehenswert sind in der Hautapsis das byzantinisch anmutende Gemälde der Madonna del Popolo und die Krönung Mariens, ein Fresko Pinturicchios. In der Cappella Cerasi sind die berühmten Meisterwerke Caravaggios ‚Kreuzigung des Hl. Petrus' und ‚Bekehrung des Hl. Paulus zu sehen, in der Cappella Chigi Bilder und Kuppelmosaiken von Raffael. In der Sakristei befindet sich schliesslich ein wertvoller Tabernakel Andrea Bregnos.
Santa Maria Maggiore Basilika
Die Erbauung der Kirche, die auch Liberius-Basilika genannt wird, steht in engem Zusammenhang mit einer Vision, die Papst Liberius in der Nacht des 5. August 352 hatte: Im Traum erschien Liberius die Jungfrau Maria und trug ihm auf, an jener Stelle eine Kirche zu bauen, an der er am nächsten Tag Schnee vorfinden würde. Nachdem das Wunder geschehen war, liess der Papst die Kirche erbauen. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr das als Basilika erbaute Gotteshaus verschiedene Umbauten und Änderungen. Hinzugefügt wurden die Cappella Sforza und die Cappella Cesi. Die Fassade wurde in den Jahren 1743-1750 von Ferdinando Fuga geschaffen. Sie erhebt sich über einer kleinen Freitreppe und ist zweistöckig: Der Portikus unten besteht aus fünf Arkaden, die Loggia darüber aus drei Arkaden. Die Loggia beherbergt auch Mosaiken aus dem 13. Jahrhundert mit Darstellungen Christi, einiger Apostel, der Madonna und einiger Heiliger Der romanische Campanile ist mit seinen 75 Metern der höchste Roms. Der Innenraum ist dreischiffig und hat eine Länge von 86 Metern; die Holzdecke stammt aus dem 15., der Fussboden aus dem 12. Jahrhundert. Zu sehen sind hier die Grabmale der Päpste Nikolaus IV. und Clemens IX. In der Halbkuppel der Apsis ist das grossartige Mosaik von Jacopo Torriti aus dem Jahr 1295 zu bestaunen, auf dem die Krönung Mariens dargestellt ist. Im Mittelpunkt sitzen auf einem Thron der Erlöser und die Gottesmutter. Im rechten Seitenschiff ist das Baptisterium mit Taufbecken und Altar zu sehen, dessen Hochrelief ein Werk Pietro Berninis, des Vaters von Gian Lorenzo Bernini, ist.
Santa Maria in Ara Coeli Kirche
Das Gotteshaus erhebt sich auf der nördlichen Erhebung des Kapitols und hat ein sehr hohes Alter aufzuweisen. Es wurde an der Stelle des antiken Junotempels erbaut und wurde das erste Mal unter Gregor III. mit dem Namen Santa Maria di Dio erwähnt. Im 10. Jahrhundert war sie die Kirche einer Benediktinerabtei, 1291 wurde sie – noch unvollendet – eingeweiht. Seit 1979 erlebte die Kirche die schlimmste Zeit ihrer Geschichte: Sie wurde entweiht und unter der Herrschaft Napoleons als Stall benützt. Ein grosser Teil des alten Klosters und die Sakristei wurden 1885 abgetragen, um dem Denkmal für Vittorio Emanuele II. Platz zu machen. Die Fassade der Kirche aus dem 14. Jahrhundert besteht aus Backstein, die drei Portale stammen ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert. Der Innenraum wird von 22 Säulen in drei Schiffe geteilt, an der vergoldeten Decke ist die Darstellung der Muttergottes mit Kind zu sehen. Von den Kunstwerken in der Kirche sei vor allem auf den Grabstein von Giovanni Crivelli, ein Werk Donatellos, und auf die mit Pinturicchio-Fresken ausgeschmückte Cappella di San Bernardino verwiesen.
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